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September 2007
Aus der Einleitung:
… Als vonseiten der IG Immobilien die Idee entstand, den Bau des Stadioncenters im 2. Bezirk nicht nur Stadtplanern, Architekten und Marketingstrategen zu überlassen, sondern auch junge FotokünstlerInnen ans Werk zu lassen, hat fotoK mit großem Engagement diese Möglichkeit des Einmischens angenommen. Als eine Plattform für künstlerische Fotografie in Wien, die sich mit Ausbildung, Produktion und Publikationsmöglichkeiten von Fotografie befasst, bot dieses Projekt für uns ein ideales Arbeitsfeld. Anhand der Realisierung eines Einkaufszentrums in einem eher unterentwickelten Stadtgebiet sollten – quasi exemplarisch – visuelle Ideen entstehen.
Die Produzenten
Der Arbeiter, neben dem Fließbandarbeiter vor allem der Bauarbeiter, ist einer der grossen Mythen des 20. Jahrhunderts. Er ist entweder ganz unten in der Ausbeutungspyramide oder der Held, der die Glastürme baut, in denen das Kapital gedeiht. Oft wurde das Bild des Arbeiters geprägt, oft auch für ideologische und politische Zwecke instrumentalisiert. Heute ist dieses symbolische Bild des Arbeiters aus dem öffentlichen Bildwortschatz verschwunden – verdrängt von Bildern der Arbeitsbedingungen, welche die Globalisierung mit sich bringt.
Susanne Jakszus stellt den Arbeiter nicht als Symbol dar, nicht als Kampffigur – vielmehr macht er seine Containertüre auf und lässt uns an seiner Arbeitswelt teilnehmen. Die schroffe Bildsprache fackelt auch gar nicht lange herum, sondern wirft uns gleich mitten hinein in die Männerwelt der Bauarbeiter.
Und was bekommen wir zu sehen?
Uns kommt das Bild der Großbaustelle in den Sinn – dese anonymen, bedrohlichen Ansammlungen von Beton, Kränen, Lärm und Dreck, die sich täglich verändern. Doch sofort wird dieses Bild gebrochen mit einem Gefühl der Privatheit und der Nähe. Die Fotografin lebt für uns mit den Arbeitern mit, und wir verstehen, wie das Leben auf der Baustelle sein kann – dass die Baustelle einige Monate lang für diese Männer das Leben ist. Doch dabei ist nicht die harte Arbeitswelt das, was uns am meisten bewegt. Sondern diese Vermischung von Privatsphäre und Arbeitswelt – wo hier Arbeit aufhört und Freizeit anfängt, ist nicht klar auszumachen.
Es scheint fast so, als sei diese Baustelle ein Stück Heimat für die Arbeiter, und auch so etwas wie Stolz ist dabei herauszulesen. Für eine kurze Zeit in ihrem Leben bewohnen sie diese Baustelle. Man zwickt sich ein Bier auf, macht Spässe. Im Container stehen der Fernseher und der Kühlschrank mit der Jause. Ein fast widersprüchliches Bild – denn die Umgebung ist auch eine feindliche. Grosse Handschuhe, dicke Lederschuhe und Schutzhelme zeugen davon.




























